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Rio rockt und Britney wirbt für Cola
So turbulent, wie das Jahr 2000 aufgehört hat, so geht es auch Anfang 2001 weiter. Das neue Jahrtausend ist noch keine Woche alt, da kündigt sich ein musikalischer Paukenschlag an: Britney plane ein gemeinsames Duett mit Pop-Queen Madonna! Doch der Ankündigung folgen keine Taten, das Vorhaben wird - wie so viele davor - nicht verwirklicht. Zeitgleich verkündet der amerikanische Schuhriese "Skechers", dass man Brit als Werbezugpferd gewonnen hat. Es folgt die erste größere Preisverleihung des Jahres: Bei den American Music Awards am 8. Januar besticht Brit zwar durch einen mehrfachen Kleiderwechsel, einen Preis bekommt sie an dem Abend allerdings nicht. Dann geht es nach Südamerika, bei "Rock in Rio 3" tritt Brit neben zahlreichen anderen Acts vor 250.000 Fans auf. Und hier gibt es gleich zwei peinliche Missgeschicke: Nicht nur, dass sie von den Brasilianern ausgepfiffen und -gebuht wird, weil sie während ihrer Show die US-Flagge hissen lässt, sie bekommt während einer kurzen Pause auch noch einen Wutausbruch und beschimpft ihre Crew. Ein Bühnenarbeiter nimmt die gesamte Aktion auf Band auf und stellt den Mitschnitt ins Internet. Spätestens jetzt weiß jeder, der sich den Mitschnitt geladen hat, dass auch Pop-Prinzessinnen mächtig fluchen können. Doch all das ist bereits wenige Wochen später vergessen, als Brit beim Superbowl einen überzeugenden Auftritt hinlegt und der Cola-Gigant "Pepsi" Brit als neue Werbeträgerin vorstellt. Das Engagement von Britney wird mit der Rekordsumme von 95 Millionen Dollar versüßt, zudem sponsert "Pepsi" auch die kommende Tour. Darüber hinaus schreibt Britney zusammen mit ihrer Mutter Lynne nach "Heart To Heart" an einem weiteren Buch. "A Mother's Gift" kommt Anfang April 2001 in den US-Handel und wird zum Bestseller. In Deutschland erscheint das Buch unter dem Titel "Das Lied der Liebe".
Skandal-Video und Award-Vergaben
Wenige Wochen vor der Bekanntgabe ihres Deals mit "Pepsi" ist Brit bereits wieder schwer beschäftigt: In Florida dreht sie Mitte Januar das Video zu ihrer kommenden Single "Don't Let Me Be The Last To Know", der letzten Auskopplung ihres Albums "Oops!...I Did It Again". Clip und Single werden von den Fans mit Spannung erwartet, sind sie doch für ein knappes Jahr das letzte musikalische Lebenszeichen von Britney. Doch die Veröffentlichung des Videos verzögert sich, da die erste Endfassung geändert werden muss, weil einige Szenen für Brits Mutter zu gewagt sind. Der entgültige Clip ist einigen Leuten jedoch noch immer zu offenherzig: zahlreiche Kussszenen und das freizügige und körperbetonte Auftreten der Sängerin bringen dem Video Vergleiche mit Schmuddel-Filmen ein. Möglicherweise ist dieser "Skandal" aber auch nur ein geplanter Schachzug, der den Song kräftig pushen soll. Doch dem Ergebnis nach ist die Aktion umsonst: Die deutschen Top 10 werden erstmals nicht geknackt, nach nur einer Woche fliegt der Song sogar aus den Top 20 raus. In den USA erreicht die Single nicht einmal die Top 50. Bei der Vergabe der weltweit größten Musik-Awards herrschen gemischte Gefühle: Brit gewinnt zwar den "Echo" als "Beste Internationale Künstlerin", geht aber bei der Grammy-Verleihung und den "Brit Awards" jeweils leer aus.
Hollywood und Horror-Meldung
Im März beginnen für Britney die Dreharbeiten zu "Crossroads", ihrem ersten Kinofilm. Zwar wird sie neben 'N Sync bereits zuvor im Streifen "Longshots" zu sehen sein, doch der Gastauftritt als Stewardess dauert keine 30 Sekunden. Brits Film sorgt bereits während seiner Entstehung für Schlagzeilen: erst durch eine - später gestrichene - Szene, in der Brit nackt auftreten soll (allerdings mit dem Rücken zur Kamera), später durch den mehrfachen Wechsel des Titels. Ursprünglich als "Britney Spears Project" bezeichnet, heißt der Film später u.a. "What Are Friends For" und "Not A Girl", um letztendlich den endgültigen Namen "Crossroads" zu bekommen. Im Juni, der Film ist grad im Kasten, erschüttert eine Schreckensnachricht die Fan-Welt: Brit stirbt angeblich bei einem Autounfall in Kalifornien! Entsetzen, Ungläubigkeit, Erleichterung - die Meldung entpuppt sich als ein äußerst makaberer Scherz zweier Radio-Moderatoren aus Texas, die dafür gefeuert werden. Endgültiges Aufatmen als die Pop-Prinzessin wieder auf der Bühne zu sehen ist - wenn auch nur als Moderatorin beim "Wango Tango Festival". Anfang Juli fällt Britney die ehrenvolle Aufgabe zu, das populäre "Pepsi 400 NASCAR"-Rennen zu starten, wobei kritische Stimmen aufkommen, sie sei nur wegen des Deals mit "Pepsi" zum "Grand Marshal" ernannt worden. Wenig später geht es wieder ins Tonstudio, um die Arbeit am kommenden Album zu beenden. Im selben Zeitraum meldet eine deutsche Jugendzeitschrift, dass Brit eine Operation im Gesicht durchführen lies, bei der Nase und Wangenpartien verändert worden seien. Obwohl weder ein Dementi noch eine Bestätigung seitens Brit folgen, halten viele Fans das Gerücht für frei erfunden. Nicht zuletzt deswegen, weil es an wirklichen Beweisen fehlt und es keine derartigen Meldungen außerhalb Deutschlands gibt, schon gar nicht aus den USA. Dort macht Brit wieder musikalisch auf sich aufmerksam: Bei den MTV Video Music Awards (06.09.2001) stellt sie ihre kommende Single "I'm A Slave 4 U" vor, indem sie während ihres Auftritts eine echte Boa um den Hals trägt; einen Preis gewinnt sie allerdings nicht. Einen Tag später erfüllt sich dann ein Lebenstraum: Britney tritt gemeinsam mit Michael Jackson, dem "King of Pop", bei dessen 30-jährigem Bühnenjubiläum auf. Gemeinsam performen sie Jackos Hit "The Way You Make Me Feel". Doch nur ein paar Tage später gerät die scheinbar heile Welt aus den Fugen...
Terror und seine Folgen
New York, 11. September 2001: der Tag, den die Amerikaner wohl nie vergessen werden. Islamische Selbstmordattentäter kapern 4 amerikanische Flugzeuge und benutzen diese als tödliche Werkzeuge eines grausigen Plans: Innerhalb einer Stunde prallen drei der Flieger mit voller Wucht in das World Trade Center und das Pentagon, das Verteidigungsministerium der USA, der vierte stürzt in Pennsylvania ab. Das schwer getroffene WTC stürzt nach einem kurzen Todeskampf in sich zusammen und begräbt über 3000 Menschen unter sich; die WTC-Türme, das Wahrzeichen von New York - nur noch ein qualmender Schuttberg. Amerika ist traumatisiert. Brit erfährt erst verspätet von den dramatischen Vorfällen; die Pop-Prinzessin weilt zu diesem Zeitpunkt im australischen Sydney, wo sie ein TV-Special aufzeichnet. Erleichtert hört sie am Telefon, dass ihr Bruder, der in ihrem New Yorker Apartment wohnt, wohlauf ist. Doch eine schnelle Rückkehr in die USA ist vorerst ausgeschlossen, der Luftraum wurde in der Annahme weiterer Anschläge gesperrt. So bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich etwas Ablenkung vor Ort zu gönnen. Während am Strand entstandene "Oben-ohne"-Fotos die Fans erfreuen, ist "Pepsi" mächtig sauer auf Brit, denn die wird mit einer Flasche "Coca Cola" erwischt. Zurück in den USA nimmt sie mit zahlreichen anderen Stars den Charity-Song "What's Going On" neu auf, dessen Einnahmen an die Hinterbliebenen der Opfer gehen (ursprünglich sollte der Erlös für den Kampf gegen AIDS gespendet werden). Zudem soll auch ein Teil der Einnahmen ihrer anstehenden US-Tour wohltätig genutzt werden.
"Britney" und das neue Image
Schon lange vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums betont Britney ständig, dass sie nicht mehr das kleine Mädchen sein will, das sie am Anfang ihrer Karriere war. Mit fast 20 Jahren sei es an der Zeit, das Unschulds-Image abzustreifen und sich ein reiferes zuzulegen. Wie sich ihre musikalische Wandlung anhört, können die Fans ab Oktober beurteilen, als "I'm A Slave 4 U" erscheint. Die Reaktion ist durchwachsen: manche Fans mögen den ungewohnten Stil, andere finden ihn schlicht und einfach grässlich. Zwar gelingt ihr der Direkteinstieg auf Platz 3 der deutschen Charts, doch nach nur einer Woche befindet sich die Single im freien Fall. In den USA ist bereits in den Top 30 Schluss. Nun liegt das Hauptaugenmerk auf dem neuen Album, das Anfang November in die Läden kommt. "Britney", so der schlichte Titel der CD, schießt erwartungsgemäß an die Spitze der Charts, belegt in den USA und Deutschland erneut Platz 1. Doch auch hier ist bereits nach einer Woche Rückzug angesagt. Zwar hält sich das Album noch in den amerikanischen Top 5, doch in Deutschland reicht es nur zu 2 Wochen Top Ten. Besonders schlecht das Abschneiden in Großbritannien, wo "Britney" nur auf Rang 7 einsteigt um eine Woche später gar aus den Top 20 zu stürzen. Zu diesem Zeitpunkt begeistert Britney bereits wieder ihr amerikanisches Publikum mit einer neuen Tour. Weniger erfreulich allerdings die Ankündigung von Jive, einen erneuten Single-Split durchzuführen. Während in den USA "I'm Not A Girl, Not Yet A Woman" erscheinen soll (passend zum Start von "Crossroads"), plant man für Europa die Auskopplung von "Overprotected". Für viele Fans, die beide Songs mögen, ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar, zumal die Begründung, in Europa wären Balladen chancenlos, äußerst fragwürdig erscheint. Zwar revidiert Jive diese Entscheidung wieder, doch auch die neue Lösung ist mehr als unbefriedigend, würde sie den deutschen Fans nun "Overprotected" vorenthalten. Bei all der musikalischen Verwirrung geht Brits 20. Geburtstag beinahe unter. Dabei hat dieser einen symbolischen Wert. Denn mit dem Titel "Teen-Queen of Pop" verabschiedet sich wieder ein Stück Vergangenheit...